Bewohner von Altbauten kennen das: Läuft gerade die Waschmaschine, fliegt beim Bügeln schon mal die Sicherung raus. Oder es fehlt genau dort ein Anschluss, wo eigentlich der Fernseher seinen Platz haben soll. Die Elektroinstallation in Haus und Wohnung beeinflusst den Komfort erheblich. Wer den Kupferkabeln in den Wänden nur wenig Augenmerk schenkt, kann es hinterher bitter bereuen. Ob beim Aus- oder Neubau, bei der Sanierung oder Renovierung – eine gute Planung bringt flexible Räume mit sich.
Gut meint hier vor allem langfristig. Auf die Frage, wie die einzelnen Zimmer jetzt genutzt werden, sollte eine weitere folgen. Welche Rolle spielen sie in der Zukunft – wird aus der Waschküche vielleicht doch einmal ein Partyraum oder aus dem Kinderzimmer ein Büro? Volker Biewendt plädiert dafür, „offen“ zu planen. Für den Kommunikationsleiter des Heidelberger Elektro-Ausstatters AAB Stotz-Kontakt gilt dabei die Devise: „Wer zu Beginn an der Elektroausstattung spart, zahlt drauf, wenn er später etwas nachholen will.“

Sicherheit durch mehr Stromkreise

Darum plädiert er dafür, sich lieber ein paar Gedanken mehr zu machen als nur um die Verteilung der Steckdosen. Zum Beispiel darüber, ob gerne mal Möbel umgestellt werden. Oder darüber, wie sehr moderne Haushaltsgeräte mittlerweile die Elektroanlage in Haus und Wohnung belasten. Je mehr separate Stromkreise, desto sicherer das Leitungsnetz, heißt eine Faustformel. Denn eine andere lautet: Greifen Bewohner mangels Anschlüssen zu Steckerleisten, erhöht sich die Gefahr eines Schwelbrandes.
Je nachdem, wie Räume verwendet und Möbel platziert werden, entsteht das Konzept für die Stromversorgung: für die Zahl der Stromkreise, für die Anordnung der Schalter, der Steckdosen, Lichtauslässe, Kommunikationseinrichtungen sowie Komfort- und Sicherheitsfunktionen. Die Grundlage für den Masterplan des Energietransfers bildet somit der Grundriss von Haus und Wohnung. Im Dialog mit einem Architekten oder Elektrofachmann lässt sich festlegen, welcher Anlagen-Umfang am besten ist.

DIN-Richtwerte helfen beim Planen der Elektroinstallation

Wer allein planen will, dem gibt das Deutsche Institut für Normung (DIN) Richtwerte an die Hand. Demnach sollte beispielsweise die gute Stube mindestens mit fünf Steckdosen, zwei Lichtauslässen, einem Telefonanschluss und zwei Antennenanschlüssen versehen sein. Alles darunter entspricht nicht mehr den heutigen Minimal-Standards. „Bauherren und Mieter sollten keine geringere Ausstattung akzeptieren, weil sonst die Grundbedürfnisse nicht abgedeckt werden“, heißt es beim Fachverband Energie-Marketing und -Anwendung.
Je vorausschauender eine Elektroinstallation geplant wird, desto mehr Stromkreise gibt es. Sie übernehmen den wichtigsten Teil des Energietransfers in alle Räume, für die unterschiedliche Versorgungs-, Schutz- und Sicherheitsanforderungen angelegt werden. Der Installateur trennt dabei sorgfältig zwischen den Strom-Hungerkünstlern und den -Vielfraßen: Etwa zwischen Lampen und Radios auf der einen Seite und Küchenherden sowie Waschmaschinen auf der anderen. Beide Verbrauchertypen werden über verschiedene Arten von Leitungen gespeist.
Sollten später einmal die Jalousien automatisch gesteuert oder die Beleuchtung bedarfsgerecht und sparsam über Bewegungsmelder geregelt werden, muss bei guter vorheriger Elektroplanung an der Installation kaum etwas geändert werden. Denn moderne Anlagen sind